Mit Kindern klappt Plätzchenbacken am besten in Etappen: Der Teig entsteht am Vortag, ausgestochen und gebacken wird am Nachmittag, verziert erst am nächsten Tag.
So bleibt jede Etappe kurz. Der Teig ist kalt, wenn die Kinder anfangen, und der Guss kommt nur auf Kekse, die ganz ausgekühlt sind.
Der Teig entsteht am Vortag
Am besten eignet sich ein Mürbeteig ohne Backpulver wie das Butterplätzchen-Grundrezept. Er klebt wenig, hält im Ofen die Form, und die Kinder erkennen nach dem Backen noch, was sie ausgestochen haben. Du machst ihn am Abend vorher, wickelst ihn als flache Scheibe in Folie und lässt ihn über Nacht im Kühlschrank.
Wie viel Teig du brauchst, rechnest du mit der Zahl der Kinder aus. Ein Grundteig ergibt bei 6 mm Dicke etwa 30–36 Kekse mit 6 cm oder 18–22 mit 8 cm. Bei vier Kindern mit je acht Keksen reicht also ein Grundteig, wenn ihr 6-cm-Ausstecher nehmt.
Für eine Gruppe rechnest du genauso. Acht Kinder mit je sechs Keksen brauchen 48 Kekse, also zwei Grundteige, wenn ihr mit 6 cm ausstecht. Plan ein paar Kekse mehr ein, beim ersten Versuch reißt gern mal einer. Für einen Adventskalender aus Keksen rechnest du mit 24 Stück.
Ist ein Kind mit Nussallergie dabei oder backt ihr in der Kita, nimm eine Sorte ohne Nüsse und schreib die Zutaten auf die Dose.
Den Arbeitsplatz vorbereiten
Jedes Kind bekommt einen Bogen Backpapier als eigene Arbeitsfläche. Den Teig rollst du vorher zwischen zwei Bögen Backpapier auf 6 mm aus, am einfachsten mit zwei Teigleisten, auf denen das Nudelholz aufliegt.
Auf den Tisch kommen außerdem:
- eine flache Schale mit Mehl für die Ausstecher
- eine Teigkarte, um Kekse und Reste zu bewegen
- Strohhalme, um Löcher in Anhänger zu stechen
- ein feuchtes Tuch für klebrige Finger
Gib den Teig in Portionen aus. Der Rest bleibt im Kühlschrank, bis die erste Platte verbraucht ist. Warmer Teig klebt an Fingern und Ausstecher und reißt beim Abheben.
Was Kinder in welchem Alter übernehmen
Die Tabelle ist ein Vorschlag. Kinder, die schon oft mitgebacken haben, können mehr, und manche Dreijährige wollen ohnehin nur Streusel verteilen.
| Alter | Aufgaben |
|---|---|
| 2–3 Jahre | mit Hilfe ausstechen, Streusel verteilen |
| 4–6 Jahre | ausstechen, Kekse aufs Blech legen, mit dem Pinsel Guss auftragen |
| ab 7 Jahren | mit Teigleisten ausrollen, Zutaten abwiegen, mit dem Spritzbeutel verzieren |
Ofen und heißes Blech bleiben in jedem Alter bei den Erwachsenen.
Ausstechen mit der flachen Hand
Ein Ausstecher mit Prägung sticht und prägt in einem Druck. Die Kinder sehen das Motiv sofort im Teig, ohne dass sie noch etwas aufmalen müssen. Den Handgriff machst du einmal vor:
- Ausstecher in Mehl tauchen und abklopfen.
- Gerade auf den Teig setzen.
- Mit der flachen Hand mittig auf die Griffplatte drücken, ohne zu drehen.
- Senkrecht abheben.
Kleine Kinder drücken oft schief oder nur auf einer Seite. Leg dann deine Hand über ihre und drückt zusammen.
Aus den letzten Teigresten dürfen die Kinder frei formen, Schnecken, Kugeln oder Würmer. Die backen auf einem eigenen Blech mit, brauchen aber je nach Dicke ein paar Minuten länger als die flachen Kekse.
Der Ausstecher ist aus PLA. Er gehört nicht aufs warme Blech und nicht neben den Ofen, denn ab etwa 55 °C wird er weich. Nach dem Backen spülst du ihn von Hand mit Wasser bis 40 °C, mehr dazu unter Pflege & Aufbewahrung.
Backen, während die Kinder Pause machen
Die ausgestochenen Kekse kommen auf dem Blech 15 Minuten ins Gefrierfach. In der Zeit werden Hände gewaschen und der Tisch abgewischt. Gebacken wird bei 175 °C Ober-/Unterhitze oder 160 °C Umluft, bei 6 mm etwa 10–12 Minuten, bis die Ränder hell golden sind.
Rohen Teig sollten Kinder nicht naschen. Rohes Ei und auch rohes Mehl können Keime enthalten.
Lass die Kekse auf dem Gitter ganz auskühlen. Auf warmen Keksen wird der Guss flüssig und läuft über die Linien. Bis zum Verzieren am nächsten Tag kommen sie in eine Dose. Wie die Backtage in den ganzen Advent passen, zeigt der Zeitplan im Artikel Weihnachtsplätzchen ausstechen.
Verzieren am zweiten Tag
Für Kinder reicht einfacher Zuckerguss aus Puderzucker und etwas Zitronensaft oder Wasser. Rühr ihn in kleinen Schälchen an, jede Farbe für sich. Die Kleinen malen mit dem Pinsel, die Größeren mit einem Spritzbeutel mit kleiner Öffnung.
Die Prägung hilft dabei wie ein Malbuch. Jede Linie trennt zwei Felder, und die Kinder füllen ein Feld nach dem anderen. Wie das mit der richtigen Konsistenz klappt, steht im Artikel über Royal Icing und Zuckerguss unter „Felder einzeln fluten“.
Diese Motive eignen sich für Kinderhände:
- Der Weihnachtsbaum mit Randlinie hat innen eine zweite Linie, die den Guss wie ein kleiner Damm am Platz hält.
- Der Schneemann aus drei Kugeln hat große runde Flächen, die auch Zweijährige mit Guss und Streuseln füllen können.
- Beim Weihnachtsbaum mit Kugeln an den Spitzen kann jede Kugel eine andere Farbe bekommen.
Royal Icing aus rohem Eiweiß lässt du bei kleinen Kindern weg oder nimmst pasteurisiertes Eiweiß aus dem Kühlregal. Einfacher Zuckerguss ohne Ei reicht für den Backtisch völlig. Weitere Ideen fürs Verzieren, auch ohne Guss, stehen im Artikel Plätzchen verzieren.
Streusel kommen auf den noch feuchten Guss. Oberflächlich trocken ist er nach 6–8 Stunden, ganz durch nach 12–24 Stunden. Erst dann wandern die Kekse in die Dose. Wie du eine Verzierrunde am Kindergeburtstag planst, steht im Artikel Kekse verzieren am Kindergeburtstag.
Wenn etwas schiefgeht
- Keks reißt beim Abheben: Reste zusammendrücken, neu ausrollen, nochmal stechen. Ist das öfter so, kommt der Teig 10 Minuten in den Kühlschrank.
- Teig klebt an den Fingern: Hände kalt waschen und gut abtrocknen, die Teigplatte zurück in die Kälte.
- Guss läuft über den Rand: Er ist zu flüssig. Etwas Puderzucker einrühren, bis er im Feld stehen bleibt.
- Streusel fallen wieder ab: Der Guss war schon angetrocknet. Einen kleinen Tupfer frischen Guss setzen und die Streusel darauf streuen.
Im Kindergarten
Mit einer Gruppe teilst du die Kinder auf. Die eine Hälfte sticht aus, die andere verziert Kekse, die schon am Vortag gebacken wurden. Nach einer Pause wird getauscht. Vor dem Nikolaustag passen Nikolauskekse, bei denen kleine Kinder nur die Mütze rot ausmalen.
Damit mehrere Kinder gleichzeitig ausstechen können, braucht jeder Tisch einen eigenen Ausstecher. Ein eigenes Design, etwa mit dem Namen der Kita oder der Gruppe, gestaltest du unter Name & Text. Wählst du im Gestalter mehr als ein Stück, kostet jedes weitere Exemplar so viel wie ein Katalogmotiv, 7,90 € mit 8 cm.
Allergien fragst du vorher bei den Eltern ab, und an die Dose kommt eine Zutatenliste.
Ein Ausstecher aus der Zeichnung des Kindes
Aus einer Kinderzeichnung kann ein Ausstecher werden. Du fotografierst das Bild, und im Gestalter entsteht daraus eine Form, die die Linien der Zeichnung in den Teig prägt. Am besten funktionieren kräftige Filzstiftstriche auf weißem Papier. Linien unter 1,2 mm und Details unter 3 mm werden vereinfacht. Eine Dose mit solchen Keksen ist auch ein Weihnachtsgeschenk für Oma und Opa.
Die Kinderzeichnung als Ausstecher kostet 22,90 € mit 8 cm. Eigene Designs sind in 2–3 Werktagen versandfertig, jedes sehen wir uns vor dem Druck an. Für eine Lieferung vor Heiligabend innerhalb Deutschlands bestellst du bis zum 17.12., 13 Uhr.