Pferdeleckerli bestehen meist aus Haferflocken, geriebener Karotte und Apfel, werden zu Kugeln oder Stücken geformt und durchgebacken. Einen Ausstecher brauchst du dafür nicht, er lohnt sich, wenn die Leckerli verschenkt werden.
Leckerli sind eine Belohnung und ersetzen kein Futter. Gib sie in kleinen Mengen, sie sollen kein fester Teil der Ration werden. Hat das Pferd eine Stoffwechselerkrankung, neigt es zu Hufrehe oder bekommt es eine besondere Ration, sprich vorher mit der Tierarztpraxis.
Rezept für gebackene Pferdeleckerli
Die Mengen sind Richtwerte. Karotten und Äpfel bringen je nach Sorte unterschiedlich viel Saft mit, deshalb kommt das Wasser zum Schluss und schluckweise.
Zutaten
- 250 g zarte Haferflocken
- 150 g Karotten, fein gerieben
- 1 Apfel (ca. 150 g), ohne Kerngehäuse, fein gerieben
- nach Wunsch 1 EL Leinöl
- Wasser nach Bedarf, etwa 50–100 ml
Zucker, Melasse und Honig lässt du weg. Karotte und Apfel bringen eigenen Zucker mit, mehr braucht das Leckerli nicht.
Zubereitung
- Die Hälfte der Haferflocken im Mixer fein mahlen. Das Mehl daraus bindet den Teig.
- Gemahlene und ganze Haferflocken mit Karotte, Apfel und Öl mischen. Wasser schluckweise zugeben und kneten, bis ein fester Teig entsteht, der kaum noch klebt.
- Den Ofen auf 160 °C Ober-/Unterhitze (140 °C Umluft) vorheizen.
- Walnussgroße Kugeln formen und flach drücken, oder den Teig 1 cm dick ausrollen und in Würfel schneiden.
- 30–40 Minuten backen. Danach im ausgeschalteten Ofen bei einen Spalt breit geöffneter Tür trocknen lassen, gern über Nacht.
- Ein Stück aus der Mitte durchbrechen. Ist es innen trocken, sind die Leckerli fertig. Die Methode ist dieselbe wie beim Trocknen von Hundekeksen.
Wann ein Ausstecher sinnvoll ist
Im Stallalltag nicht: Kugeln und Würfel gehen schneller. Zum Verschenken lohnt er sich, zur Stallweihnacht, für die Reitlehrerin, zum Turnier oder zum Stallfest. Diese Motive kommen dafür in Frage:
- Pferdekopf, naturgetreu: im Profil, mit aufgestellten Ohren. Die Mähne fällt in vielen Strähnen, Nüstern und Maul sind fein ausgearbeitet.
- Herz mit Pferdekopf: In der Herzform sitzt der Umriss eines Pferdekopfs mit gespitzten Ohren als klare Linie.
- Hufeisen: sieben runde Nagellöcher, innen eine feine Linie am Rand.
- Pferd, stehend: ein Pony auf vier Beinen mit Stirnfransen, Mähne und langem Schweif.
Soll der Name des Pferdes auf den Keks, nimmst du im Gestalter die Art „Name & Text“, etwa eine Plakette mit „Fritzi“ in der ersten und „vom Lindenhof“ in der zweiten Zeile. Jede Zeile fasst 14 Zeichen, „vom Lindenhof“ braucht 13. Das kostet 12,90 € in 6 cm, 14,90 € in 8 cm und 16,90 € in 10 cm.
Verschenkst du die Leckerli im Stall, leg einen Zettel mit allen Zutaten dazu. Dann kann jede Besitzerin selbst entscheiden, ob ihr Pferd davon etwas bekommen darf. Glas und Etikett dafür beschreibt der Artikel Geschenke für Hundebesitzer selber machen.
Damit der Teig eine Prägung annimmt, muss er feiner sein als für Kugeln. Mahl dafür alle Haferflocken fein, reib Karotte und Apfel so fein es geht, kühl den Teig 30 Minuten und roll ihn 8 mm dick aus. Den Ausstecher tauchst du vor jedem Stich in fein gemahlene Haferflocken. Die Prägung fällt weicher aus als bei Mürbeteig, weil Fasern und Stückchen im Teig sind. Auf den Ausstecher ist dieser Teig nicht abgestimmt, probier ihn deshalb erst an ein paar Keksen aus.
Als Größe passt 6 cm. Größere Kekse brichst du vor dem Füttern in Stücke, denn an zu großen, trockenen Brocken kann sich ein Pferd verschlucken. Der Ausstecher ist aus PLA und gehört nur an kalten Teig, also nicht auf die heiße Ofenklappe legen. Gespült wird er von Hand bis 40 °C, mehr dazu unter Pflege.
Pferdeleckerli ohne Backen
Haferflocken, geriebene Karotte und Apfel lassen sich auch roh zu Kugeln formen und an der Luft oder im Dörrautomaten trocknen. Wie lange das dauert, steht in der Anleitung des Geräts. Ungebackene Leckerli halten kürzer, lagere sie kühl und verfüttere sie bald. Für einen Ausstecher ist dieser Teig zu weich.
Was Pferde nicht fressen sollten
- Avocado: Frucht, Kern und Blätter sind für Pferde giftig.
- Kerne von Steinobst wie Kirsche, Pflaume, Pfirsich und Aprikose: Sie enthalten Stoffe, aus denen Blausäure entsteht.
- Rohe Kartoffeln, vor allem grüne oder gekeimte, und Kartoffelkraut
- Zwiebeln und Knoblauch: in größeren Mengen schädigen sie das Blut.
- Kohl, Brokkoli und andere Kohlgewächse: höchstens in sehr kleinen Mengen.
- Schokolade und Kakao: Sie enthalten Theobromin, und das kann bei Turnierpferden zu einem positiven Dopingtest führen.
- Süßigkeiten und Kekse für Menschen: viel Zucker und Stärke, Butter und Glasur dazu.
Für übergewichtige Pferde mit Equinem Metabolischem Syndrom (EMS) rät der europäische Fachverband für Pferdemedizin, Getreide, Äpfel, Karotten und Leckerli ganz aus der Ration zu nehmen. Diese Leckerli sind für solche Pferde also nichts. Bei Cushing (PPID) oder Neigung zu Hufrehe klärt die Tierarztpraxis, ob und welche Leckerli in Frage kommen.
Leg das Leckerli mitten auf die flache Hand, die Finger gestreckt und geschlossen. So hält das Pferd keinen Finger für Futter. Fremde Pferde, etwa auf einer Weide am Wegrand, fütterst du nie ohne Erlaubnis der Besitzer. Viele Ställe haben dafür eigene Regeln.
Haltbarkeit und Aufbewahrung
Gut durchgetrocknet lagerst du die Leckerli in einer Blechdose, einem Papier- oder Baumwollbeutel, kühl und trocken. Ohne Zucker und Konservierungsstoffe halten sie keine Monate. Als Richtwert gelten wie bei getrockneten Hundekeksen etwa 2–3 Wochen, wegen Apfel und Karotte eher weniger. Riechen sie muffig oder zeigen sie Flecken, wirf sie weg. Vorrat frierst du portionsweise ein.
Im Stall gehören die Leckerli in eine dicht schließende Dose, wegen der Feuchtigkeit und wegen der Mäuse.
Kekse in Pferdeform für Menschen
Für den Ponyhof-Geburtstag backst du Butterplätzchen nach dem Grundrezept in Pferdeform. Beim Pferd mit großem Kopf im Kawaii-Stil bekommt das Gesicht den meisten Platz, mit Stirnlocke, Nüstern und breitem Grinsen. Mähne und Hufe bemalen Kinder in ihren eigenen Farben. Mit dem stehenden Pony geht es genauso: Für einen Schecken tupfst du Kakao auf den Rücken.
Menschenkekse und Pferdeleckerli hältst du getrennt. Butterplätzchen haben viel Zucker und Stärke, dazu Butter und Glasur, fürs Pferd sind die Leckerli von oben gedacht. Weitere Pferdemotive stehen bei den Tier-Ausstechern.